Social Dynamics – Mit dem Benjamin Franklin Effekt andere beeinflussen

Menschen zu beeinflussen und für sich zu gewinnen wünscht sich wohl jeder. Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich mir das besonders gewünscht. Mit 20 habe ich dann von einer interessanten Möglichkeit gehört. Dem Benjamin Franklin Effekt.

„Wieso meldet sich die Person nicht bei mir?“

„Wieso werde ich immer ausgelassen wenn andere etwas Unternehmen?“

„Wieso tue ich anderen einen Gefallen, aber wenn ich mal Hilfe brauche ist keiner da?“

„Wir haben doch eine so gute Unterhaltung gehabt, wieso höre ich nichts mehr von der Person?“

„Wieso haben sich die anderen so schnell einfügen können (Neue Schulklasse)?“

Das sind Sätze dir mir oft durch den Kopf gegangen sind. Irgendwas muss schief gelaufen sein. Etwas an meiner Kommunikation/meinem Verhalten muss nicht gepasst haben. Ich habe mit vielen Leuten über das Thema gesprochen (nachdem ich eine Lösung gefunden habe) und auf einmal viel mir auf das ich nicht alleine war. Meine Lösung habe ich ihnen dann auf den Weg mitgegeben und siehe da es klappte.

Wieso ist das nun so? Wenn eine Person sich so dir gegenüber verhält, hat sie nicht in dich investiert! Als ihr euch kennen gelernt habt, hat sie sich keinen Aufwand in dich und eure Verbindung gesteckt und das ist genau das Problem. Sie erhält nicht das Gefühl etwas zu vermissen. Du bist für sie austauschbar.

 

Natürlich ist jetzt die Frage – Was ist ein Investment?

Ein Investment kann alles sein solange es von der anderen Person stammt. Es kann Geld, oder etwas Materielles sein, oder in diesem Fall, Gefühle, Emotionen und Zeit bedeuten. Die Person muss es freiwillig gegeben haben. Sie weiß das es eure Verbindung stärkt. Dabei ist es ganz egal ob Mann oder Frau. Beide können in dich investieren.

 

Beispiele für Frauen:

  • Sie nimmt sich Zeit für dich
  • Sie gibt dir ihre Nummer
  • Sie leiht dir einen Stift

Beispiele für Männer:

  • Er gibt dir einen Rat
  • Er erzählt dir von seinen Hobbys/Passion/etwas positiven
  • Er leiht dir einen Stift

 

Du hast gesehen – Investments sind nicht Geschlechter abhängig. Sie können aus einfachen Dingen bestehen oder sehr persönlich sein. Wichtig ist wirklich nur das sie freiwillig gegeben werden und das sie etwas mit der Person zu tun haben.

Du kennst Investments selber aus dem alltäglichen Leben. Wenn du viel mit dem PC arbeitest oder deine Freizeit mit ihm verbringst – Würde es dich stören wenn er von einem auf den anderen Tag kaputt geht? Du hast einen, zwei, drei….usw. Beste Freunde. Wenn ihnen etwas geschieht, egal ob positiv oder negativ, fühlst du mit ihnen mit. Du hast verschiedene Webseiten auf denen du täglich bist. Magst du diese Seiten mehr oder weniger verglichen mit dem Tag, als du das erste Mal auf dieser Seite warst? Du wirst sie mehr mögen. Du leihst jemanden einen Stift. Wenn er dich noch einmal nach einem Stift fragt, wie wird deine Antwort sein? Du wirst ihm den Stift noch einmal leihen.

 

Wir investieren jeden Tag und merken es meistens gar nicht. Beim PC ist es die Zeit die wir mit ihm verbringen. Bei deinen Freunden ist es das Vertrauen das du in sie investiert hast. Du hast ihnen Dinge erzählt die kein anderer weiß. Bei den Webseiten ist es wieder das Zeitinvestment.

 

Wir halten also Fest:

Bei Dingen investieren wir unsere kostbare Zeit und mögen sie deswegen.

Bei Personen investieren wir Vertrauen und mögen sie deswegen.

Während wir investieren bekommt unser Gehirn unterbewusst ein Signal – Ich investiere gerade etwas. Die Person/Sache rutscht höher in meinem persönlichen Ranking.

Und genau da setzt der Benjamin Franklin Effect an.

 

Benjamin Franklins Gedanke war so: Wenn dir jemand einen Gefallen tut, wird er dir höchstwahrscheinlich noch einen weiteren Gefallen tun.

Dieser Effekt heißt so, weil Benjamin Franklin ihn selber sein Leben lang für sich genutzt hat. So hat er sich von einem gegnerischen Legislator ein seltenes Buch geliehen. Oder anders ausgedrückt, hat er sich von einem Feind einen gefallen tun lassen. Später hat er es ihm zurück gegeben und sich bedankt. Aus diesem gefallen ist später eine tiefe Freundschaft geworden.

Nicht nur das klingt seltsam. Denn wir lernen schon sehr früh, wenn mir jemand etwas gibt, muss ich ihm auch etwas zurück geben.

Dieser Effekt kann zwei Dinge für dich erledigen.

  1. Du bekommst etwas von jemanden der dich gar nicht kennt oder mag. Später wird sich die Meinung dieser Person über dich ändern. Das passiert auch wenn sie es gar nicht gewollt hat.
  2. Deine Chance das diese Person noch einmal etwas für dich macht erhöht sich stark nur weil sie schon mal was für dich gemacht hat!

 

Kommen wir zum spannenden Teil

 

Wie benutzt ich den Benjamin Franklin Effekt nun für mich?

Fange in verschiedenen Situationen in Investments zu denken. Vor allem wenn du irgendwo neu bist, bei Veranstaltungen, Meetings, Bars oder anderen sozialen Events an denen viele Personen auf einmal sind. Dieser Trick funktioniert bei diesen Dingen sehr gut, da die Chance das du einfach wieder vergessen wirst, sehr hoch ist. Bei Personen mit denen du viel zu tun hast, wird er nicht so gut funktionieren, da ihr euch schon gut kennt und eure soziale Dynamik schon eingependelt ist. Später komme ich darauf noch einmal zurück.

 

Wie fange ich an?

  • Leihe dir kleine Dinge – Stift, Papier, Salz,  etwas das du zurück geben kannst.
  • Hole dir einen Rat von der Person. Am besten etwas das sie sehr interessiert und emotional anspricht. Du musst hier wenig tun außer aufmerksam zu hören und das Gespräch in Gang halten. Das kann durch einfache Nachfragen passieren. Am besten geht das natürlich, wenn dich das Thema auch interessiert und du selber kleine Informationen dazu beisteuern kannst. Diese Methode ist am besten, weil der andere seine kostbare Zeit in dich investiert. Je länger das so läuft, umso besser!
  • Gib der anderen Person einen Grund mit dir in Kontakt zu bleiben. Wenn ihr euch für das selbe interessiert ist es umso einfacher. Wichtig ist es das der andere dir seine Kontaktdaten (Telefon Nr., E-Mail oder was auch immer) zu erst gibt. So bekommt ihr ein emotionales Investment.

Sobald das passiert ist, bedanke dich und sage ihm das er dir einen großen gefallen getan hat. Das boostet die Wirkung noch einmal, den es gibt der Person ein gutes Gefühl etwas gutes getan zu haben. Du belohnst sie damit.

Ganz einfach oder?

 

Okay aber wieso funktioniert das ganze?

Zu allererst funktioniert es, weil die meisten Menschen weniger nachdenken und einfach logisch handeln. Sie leihen dir den Stift, weil sie keinen Grund haben es nicht zu tun und es für sie nichts besonderes ist. Man kann es wie menthale shortcuts sehen. Das Gehirn hat ähnliche Situationen erlebt und nimmt nun eine ähnliche oder die gleiche Reaktion wie vorher. Das spart Zeit und Energie. Wir Menschen funktionieren so, das wir so wenig wie möglich Energie investieren.

Später kommt die emotionale Manipulation. Das Gehirn rationalisiert die Aktion und geht dabei von einem emotionalen Verlangen aus. Es versucht die investierte Energie zu recht fertigen.

 

Einfach ausgedrückt:

Wenn ich das getan habe, wollte ich es auch. Sonst hätte ich das nicht getan.

Logisch oder? Indem das Gehirn wenig Energie in eine Reaktion gesteckt hat, hat es sich selber ausgetrickst.

Das ganze geht dann noch weiter, da der nächste unbewusste logische Gedanke ist dann dieser hier:

Ich tue nur Personen die ich mag einen gefallen. Wenn ich ihn nicht gemocht hätte, hätte ich ihm nicht diesen Gefallen getan.

Du hast ohne viel Aufwand eine emotionale Reaktion verursacht und bist deshalb kein niemand mehr und wirst direkt gemocht.

 

Das ganze hat noch einen Vorteil für dich. Ist dir schon einmal aufgefallen das wir uns unterschiedlich Verhalten je nachdem mit wem wir es gerade zu tun haben? Wenn du dich nun anders verhalten willst ist es total anstrengend, oder?

Das liegt daran das wir danach streben immer gleich auf andere zu wirken. Wir wollen nicht strange, merkwürdig und unecht wirken. Deshalb ist es auch wichtig wie der 1. Eindruck auf andere wirkt. Wenn du die Person das nächste mal triffst, lass sie wieder etwas für dich machen. Egal was es ist. Wiederhole es jedesmal wieder. So erstellst du eure eigene soziale Dynamik. Über die Zeit wirst du zum dominanten Teil euer zwischen Menschlichen Beziehung.

Übrigens funktioniert das auch bei dir, auch wenn du das jetzt weißt. Wenn du also irgendwo neu bist, fange direkt an etwas zu machen und behalte das Verhalten bei. Es muss aber von Anfang an so laufen, da es sonst sehr anstrengend wird noch etwas an deiner sozialen Dynamik mit anderen zu ändern.

 

Wichtig – Wie es nicht laufen soll!

Der Benjamin Franklin Effekt ist sehr effektiv, wenn man es richtig macht. Wenn du zu gierig wirst und es bei allen so machst wirst du auch als gierige Person wahrgenommen. Menschen reden miteinander und über andere. Wenn sich Leute aus deinem Umfeld treffen wirst auch du Thema sein und das Verhalten wird dir negativ ausgelegt.

 

Wir halten also fest

  1. Wenn du neue Leute triffst verlange etwas von ihnen (Stift,Gefallen,Rat).
  2. Die Person wird im nachhinein glauben sie hat dir den Gefallen getan weil sie dich sympathisch findet.
  3. Nächstes mal machst du das wieder (schon das 2. mal hast du etwas bekommen ohne was dafür zu tun).
  4. Es entwickelt sich eine soziale Dynamik, weil viele Angst davor haben nicht konsistent war genommen zu werden.
  5. Du übertreibst es nicht und nutzt diese Technik nur ab und zu.
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